Eva Allgemein, Berufserfahrene, featured, Studierende & Absolventen

Das Zusammenspiel zwischen Merchandise Controller und Buyer

Zahlen vs. Mode – the battle is on

Hallo zusammen,

Wie ihr wisst, bestehen unsere Teams im Zentraleinkauf immer aus einem Merchandise Controller (MC) und einem Zentraleinkäufer (Buyer). Gemeinsam verantworten wir den Erfolg unserer Warengruppen und legen die Strategien für die kommenden Saisonen für insgesamt elf Länder fest. Warum das Zusammenspiel in unseren Teams so wichtig ist, möchte ich Euch heute kurz erzählen.

Die Aufgaben eines Merchandise Controllers habe ich Euch in meinem letzten Beitrag beschrieben. Ein wichtiger Teil ist die Kennzahlenanalyse, diese ist gewissermaßen ein Blick in den Rückspiegel aus dem wir Erkenntnisse für die Zukunft gewinnen können. Doch gewisse Dinge können einem die Performancedaten nicht verraten. Was sind die angesagten Trends der kommenden Saison? Gibt es neue Marken in denen wir Potential für unsere Märkte sehen? Gibt es Artikel die dem Kunden diese Saison gefehlt haben? Welche Farben sucht der Kunde? Welche Artikel haben eine gute Passform? Sind die Materialien angenehm zu tragen? Hier kommen die Zentraleinkäufer ins Spiel, denn sie kennen sich bestens mit Trends, Schnitten, Passformen und Materialien aus. Da sie auch regelmäßig in unseren Filialen vor Ort sind, erhalten sie wichtige Infos von unseren Teams aus dem Verkauf. Denn diese sind ständig in Kundenkontakt und können dem Einkauf dadurch wertvolles Feedback vom Markt weitergeben. Je nach Land gibt es natürlich auch unterschiedliche Kundenbedürfnisse, die wir bei der Sortimentsgestaltung berücksichtigen müssen.

Vergangenheit vs. Zukunft

Wenn wir die Planung für die neue Saison starten, blicken wir also zuerst in den Rückspiegel. Wie gut haben sich bestimmte Marken, Produkte, Artikel, Farben und Größen in welchen Filialen verkauft? Daraus entsteht dann das Grundgerüst unserer Strategie für die kommende Saison und aufgrund dessen werden die Budgets festgelegt. Wir MCs verlassen uns also auf unsere Zahlenanalysen. Doch einfach nur auf die „Renner“ der vergangenen Saison zu setzen und Trends zu wiederholen, ist nicht unser Ziel, denn was heute noch ein Verkaufsschlager ist, kann in der nächsten Saison schon ein Ladenhüter sein (oder wie wir bei P&C liebevoll sagen: ein „Penner“). Daher ist es wichtig, neben unseren „Basics“ auch auf neue Trends zu setzen. Die Einkäufer sind also unsere kreativen Köpfe, deren große Aufgabe es ist, ausgewogene Sortimente zusammenzustellen, die auf den Markt und die Zielgruppen abgestimmt sind.

Fakten vs. Gespür

Merchandise Controller und Buyer verfolgen im Endeffekt natürlich immer dasselbe Ziel: ein ausgewogenes Sortiment zusammenzustellen, bei dem jeder Kunde etwas findet. Die Herangehensweise bzw. Argumentation bei Entscheidungen ist aber unterschiedlich. Der MC konzentriert sich auf die Kennzahlenanalyse, während der Buyer auf sein Gespür für Trends und seine Kenntnisse über Mode vertraut. Optimale Ergebnisse resultieren durch unsere enge Zusammenarbeit, den ständigen Austausch und oftmals lange Diskussionen. 🙂

Wenn zum Beispiel die Kennzahlenanalyse ergibt, dass eine Marke extrem stark performt und der Zentraleinkäufer bei seinem Ordertermin die neue Kollektion sichtet und feststellt, dass sie dem eingeschätzten Potential nicht gerecht wird, muss diskutiert werden. Setzt man auf die starken Zahlen der letzten Saison oder glaubt man, dass die neue Kollektion nicht an den Erfolg der letzten Saison anknüpfen kann? Auch wenn eine neue Marke entdeckt wird, die eine gute Ergänzung zu unserem Portfolio bietet, wird darüber gesprochen, ob und wie viel Budget dafür bereitgestellt werden kann. Das Potenzial der unterschiedlichen Artikel und Farben wird von unseren Einkäufern bei den unterschiedlichen Lieferanten genauestens bewertet. Fällt die Einschätzung der neuen Kollektion anders aus als die Analyse der vergangenen Saison, wird gemeinsam besprochen, ob Budget umgeschichtet werden soll.

Dieses Zusammenspiel zwischen der Zahlenanalyse – dem Blick in die Vergangenheit – und dem Modegespür – dem Blick in die Zukunft – ist das, was die Aufgaben in unseren Teams so spannend und wichtig macht. Das Ergebnis unserer guten Zusammenarbeit könnt ihr übrigens in unseren Verkaufshäusern bewundern. 🙂

Bis bald,

Eva

PS: Wenn ihr mehr über die Einstiegsmöglichkeiten im Einkauf erfahren möchtet, schaut einfach auf unserer Karriereseite vorbei.

 

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